Schreib[blockad]en

Schreibanfänge

Geschichten ausdenken ist seit je her ein Teil von mir.

Meine Text- und Rollenspielschreiberei hat sich relativ parallel entwickelt (genaue Zeitabschnitte und Reihenfolgen bekomme ich im Nachhinein nicht mehr wirklich zusammen) und begann vor 15 bis 20 Jahren mit meiner ersten Fanfiktion (leider nicht mehr existent), einem Sternchenstil-RPG und einer zum Teil mit einer Freundin gemeinsam geschriebenen Parodie auf Actionfilme.

Ich lernte eine weitere RPG-Partnerin kennen, mit der ich diesmal ein wesentlich ausführlicheres RPG über Monate hinweg schrieb. Gleichzeitig wollte ich auch RPG-unabhängige Geschichten und tippte noch ein paar Fanfiktions.

Eine Freundin zog mich in ein diesmal fandomunabhängiges Forenrollenspiel und motivierte mich zudem eine weitere Geschichte anzufangen (der Auftakt zu meinem Spaßprojektuniversum, das ich auf Twitter manchmal erwähne und das inzwischen aus etlichen Teilen, alternativen Handlungssträngen und dazugehörigen Kurzgeschichten besteht und sogar die Parodie nachträglich inkludiert), die ich einige Jahre später fertigstellte.

Ich schrieb im Laufe der Zeit immer mal wieder Kurzgeschichten, Gemeinschaftsprojekte, eine mehrteilige Fantasygeschichte und teilte manches davon im Netz; lernte über Plattformen und Foren Bekannte und Freundinnen kennen.

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Schreiben heute

Ich schreibe nach wie vor viel und gerne, vor allem in den national novel writing months. Inzwischen teile ich allerdings kaum noch etwas mit anderen, was zum Großteil daran liegt, dass ich mich die letzten Jahre sehr viel mit Geschichten zu meinem RPG-Universum beschäftigt habe, in denen Lesenden der gesamte Hintergrund fehlen würde. Bei dem einen oder anderen Text, in dem das nicht so dramatisch, bzw. gut erklärbar wäre, verspüre ich noch gewisse Hemmungen; liebäugele mit dem Gedanken noch mal etwas mit mehr als zwei/drei Leuten zu teilen, allerdings durchaus. Bei davon ganz unabhängigen Geschichten könnte ich mir das vielleicht sogar wieder vorstellen, aber da ist gerade quasi nichts, bei dem sich das wirklich anbieten würde, weil die Sachen entweder noch sehr mitten im Prozess oder grundsätzlich nicht fürs Herzeigen gedacht sind.

Ich bin discovery writer, große Planungen gibt es bei mir also nicht. Sobald ich Charaktere und Handlung ein bisschen im Kopf habe, lege ich los, und notiere eher nebenbei, was dann noch so kommen muss. Hin und wieder gibt es ein paar Abläufe, die ich vorher durchdenken muss, aber von solchen Ausnahmen abgesehen bremst mich Plotten eher und ich lasse den Prozess dynamisch.

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Genres und Themen

Ich schreibe am liebsten im urban fantasy und/oder romance Bereich. Zwischendurch gibt es kleinere Ausflüge in fantasylose Gefilde. Ich schätze queere Repräsentation in (meinen und fremden) Geschichten. Fanfiktions habe ich seit Jahren nicht mehr geschrieben und mit der Lyrik habe ich mich bis auf eine kleine Ausnahme nie so richtig anfreunden können.

In den Unterkategorien bewege ich mich von Flausch bis Gewalt überall – je nach Geschichte, Schwerpunkt und Figuren. Generell liebe ich allerdings Happy Ends; in meinen größeren Projekten versuche ich also gerne alles zu einem guten Ende zu bringen (und schreibe dann Alternativen, weil ich gleichzeitig ein was-wäre-wenn-Fan bin). Und ich struggele sehr mit Charaktertoden, sei es bei meinen eigenen Geschichten oder auch im RPG-Bereich.

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Schreiborte, Inspiration und Motivation

Zum Schreiben sitze ich am liebsten am Tisch, selten mal auf dem Sofa. Besonders inspiriert und motiviert bin ich auf Urlaubsfahrten, deswegen würde ich selbst Kurztrips ohne Laptop dabei nicht mehr machen (das ist einmal passiert und ich musste die Nacht am Handy durchschreiben, sehr langwierige Angelegenheit).

Handschriftliches Geschichtenverfassen habe ich früher gemacht, aber inzwischen würde mich das Abtippen viel zu sehr nerven, also mache ich es lieber direkt am Laptop.

Etwas zu erleben lockt meine Muse oft hervor. Genauso wie Zeitdruck, da kommen ebenfalls gerne Ideen. Oder auf der Arbeit und so manch ungewöhnlichem Ort.

Im Gegensatz zu einigen anderen, die z.B. Lieblingsbücher nennen können, denke ich bei motivierenden/inspirierenden Autor*innen eher an Leute, mit denen ich selbst schreiberisch in Berührung gekommen bin, als große Namen; an Textrollenspieler*innen und Bekannte/Freund*innen, mit denen sich meine Wege in den letzten zwei Jahrzehnten gekreuzt haben.

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Schreibblockaden

Meine Einstellung zu diesem Begriff hat sich in den letzten Jahren gewandelt. Früher hätte ich gesagt, dass ich schon so einige hinter mir habe, inzwischen unterscheide ich zwei Dinge:

Nicht motiviert/inspiriert zu sein ist für mich keine Blockade, sondern ein Zustand, der eben ab und an vorherrscht. Ab einer gewissen Zeitdauer nervt er irgendwann, ja. Aber im Endeffekt kann man nicht durchgehend auf alles gehypt sein und die Muse kommt und geht, wie sie möchte – da ich Hobbyautorin bin und nichts fertigstellen muss, kann ich mir diese Entspanntheit zum Glück auch erlauben.

Man kann versuchen Anreize zu schaffen und mich motiviert dann auch oft, wenn ich meine eigenen Sachen noch mal lese und so wieder Lust aufs Schreiben bekomme. Aber insgesamt ist es kein dramatischer Zustand für mich, weil ich inzwischen weiß, dass es mit dem Schreiben immer irgendwie weiter geht, selbst wenn es sich Monate lang so anfühlt, als ob es doch anders wäre. Irgendwann wird der Drang danach einfach zu groß und auf irgendeine Art und Weise platzt der Knoten. Da kann ich mich also selbst inzwischen gut beruhigen, dass konkrete Lust und Antrieb wiederkommen.

Eine Blockade hingegen geht tiefer für mich. Da steht dem Schreiben nicht „nur“ eine gewisse Ideen- oder Motivationslosigkeit im Weg, sondern ein tiefes Unwohlsein psychischer Natur, das mich bestimmte Projekte nicht mehr richtig anpacken lässt, obwohl ich es eigentlich möchte. Da hilft dann auch Einlesen oder andere um Rat fragen nicht mehr so richtig, weil das Problem nicht darin besteht, die Muse hervorzukitzeln, sondern sie vor geschlossener Tür stehen zu haben, sie aber nicht hineinlassen zu können.

Dafür habe ich auch noch keine richtige Lösung gefunden. Manchmal entspannt es sich wieder und ich kann irgendwann zu meinen üblichen Ansätzen übergehen, bei manchem dauert es gefühlt ewig.

Wenn ich dann anfange mir Druck zu machen, weil ich es aber unbedingt endlich machen will, wird es dann nicht unbedingt besser, denn Schreiben unter der Prämisse Müssen/Zwang läuft ohnehin nicht gut für mich.

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So, das war es fürs Erste. Wenn ihr noch Fragen habt, meldet euch ruhig. Ich plaudere gerne übers Schreiben und finde auch immer spannend, wie das bei anderen so läuft.

Damit beende ich den ersten Beitrag auf dem neuen Blog und wünsche euch weiterhin viel Spaß hier.

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