Gateless Writing Schnupperstunde

Hallo, liebe Neugierige.

In diesem Blogeintrag geht es um das Entdecken der Gateless Writing Methode und meiner Begegnung im Schnupper-Schreibsalon von Christine Kämmer (https://twitter.com/schreibfreuden) damit.

Vor ein paar Wochen bin ich über Twitter (fangen nicht viele Geschichten mit ‚und dann war ich auf Twitter und …‘ an?) über einen Tweet zu den Schreibsalons gestolpert, habe mir Christines Homepage (https://christinekaemmer.com) etwas näher angeschaut und mich spontan zu einem Schnupper-Salon angemeldet.

Das Gateless Writing kommt ursprünglich aus Amerika und zielt darauf ab, beim Schreiben den inneren Kritiker vollkommen auszuschalten und erst einmal überhaupt etwas ungehemmt zu kreieren und den Schreibflow (wiederzu)finden. Darüber hinaus ist rein positives Feedback innerhalb einer geschützten Gruppe erwünscht, um die Autor*innen zum Weitermachen zu motivieren und sie in ihrem Tun zu bestärken. Unterstützt wird das Ganze durch Entspannungstechniken zur Einstimmung auf den kreativen Prozess.

Christine erklärt das Ganze in einem ihrer Beiträge (https://christinekaemmer.com/schreiben-ohne-schranken) sehr anschaulich.

Der Ablauf der Stunde war gut geplant und strukturiert umgesetzt: Eine kleine Vorstellung von Christine und Einführung in die Methode, angeleitete praktische Anwendung, ausklingen lassen mit der Möglichkeit Rückfragen zu stellen.

Der Gateless Writing Prozess begann mit einer fast schon meditativen Einstimmung, um ganz bei sich anzukommen und den Alltag abzuschütteln, damit die Kreativität frei fließen kann.

Nach der Nennung des Schreibimpulses – in diesem Fall ging es um das Thema ‚Geschenk‘ – hatten die Teilnehmer acht Minuten Zeit, um ihre Gedanken dazu auf Papier (wortwörtlich) zu bringen und es wurde dazu angehalten, sich in keiner Weise selbst zu beschränken. Alles, was kam, war genau das Richtige und es spielte keine Rolle, ob ein fiktiver oder persönlicher Text geschaffen wurde – das sollte im Nachhinein auch überhaupt nicht aufgeklärt werden.

Nach dem Schreibprozess folgte die Feedbackrunde: Wer wollte, las den soeben geschaffenen Text vor und die anderen Teilnehmer*innen kommentierten das Gehörte ausschließlich positiv im Chat. Stellungnahmen, Erklärungen oder gar Rechtfertigungen der vorlesenden Person waren nicht erwünscht; das motivierende Feedback sollte schlicht angenommen werden.

Einige waren dazu bereit und wir durften tolle kleine Geschichten hören, positives Feedback geben und bekommen.

Gateless Writing widerspricht nicht dem grundsätzlichen Gedanken von Kritik. Natürlich ist es irgendwann wichtig, sich mit seinem Text kritisch und überarbeitend auseinanderzusetzen. Allerdings wird ohne das Bewusstsein darüber, etwas kreieren zu können und gewisse Stärken in diesem Bereich zu haben, nichts entstehen, an dem spätere Techniken angewandt werden können. Die hier vorgestellte Methode setzt an genau diesem Punkt an und soll dabei unterstützen, überhaupt erst einmal einen bearbeitbaren Text und das nötige Selbstvertrauen in seine eigene Schreibfähigkeit zu schaffen. Dabei hilft positives Feedback von außen ungemein, denn man ist sich der eigenen Befähigung selbst oft gar nicht bewusst.

Insgesamt war die Runde entspannt und sowohl das Schreiben an sich als auch das Vorstellen der Texte hat sich rund herum gut angefühlt. Was für mich persönlich noch mal eine besondere Art von Mehrwert war, denn normalerweise bin ich sowohl kamera- als auch ton- und vorlesescheu – mich in diesem Szenario dazu überwunden und mich gut dabei gefühlt zu haben, spricht also nicht nur für meine Überwindungsfähigkeit, sondern definitiv auch für den Salon, der mir das Gefühl gegeben hat, diese Hürde nehmen zu können. Sollte es Leser*innen ähnlich gehen und ihr den Wunsch haben, das zumindest mal irgendwie geschützt auszutesten, kann ich diese Rahmenbedingungen also nur empfehlen.

Zum Abschluss möchte ich noch den kleinen Text mit euch teilen, der innerhalb des Schnupper-Salons zu dem Stichwort ‚Geschenk‘ am 07.05.21 entstanden ist.

Socken?!

Wer freut sich schon über Socken?

Eine gewöhnliche, unspektakuläre Sache, die man sich selbst besorgt, wenn man sie eben braucht.

Ein Geschenk, wenn einem nichts Besseres einfällt, was man zu einem festgelegten Anlass überreichen könnte.

Aber … es gibt auch SOCKEN.

Mit bunten, fröhlichen, lustigen Motiven; mit und ohne Bezug zum eigenen Leben.

Überreicht von Freunden, die gescherzt haben, wenn sie mal ein Loch beim großen Zeh entdeckt haben.

Nicht als Kritik oder Rüge, sondern mit einem neckenden Augenzwinkern, denn so wussten sie, dass es etwas Praktisches und Cooles zu schenken gibt.

Und nichts, was man in die Lade packt und sich einen Dank abmüht.

Sondern ein Geschenk, das einen beim Tragen immer wieder an den Spaß beim Auspacken und die Freude über so liebe Freunde denken lässt.

Socken!

Weit mehr als ein Geschenk aus Mangel an kreativen Ideen.

Sondern vielmehr ein Hinsehen und Glücklichmachen.

Vielen Dank fürs Lesen. Ich wünsche euch noch einen wundervollen Tag. 🙂

1 thought on “Gateless Writing Schnupperstunde”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.